Familiengeschichte RAIDA

Seit 1991 beschäftige ich mich mit der Familiengeschichte meiner Familie. Wo kommen meine Ahnen her und was geschah?

Einige Informationen aus den Anfängen meiner Familienforschung findest Du hier. Vielleicht kannst Du selbst Verknüpfungen herstellen.

Über entsprechende Nachrichten würde ich mich sehr freuen.

Da ist die Geschichte von Franz Raida, den ich in dem Buch „Die Hölle von Lamsdorf“ von Heinz Esser in der Auflistung der im Lager Lamsdorf verstorbenen Menschen fand.

Mein Großvater Franz (Alex)Raida war 1946 aus freier Entscheidung in das Lager gegangen, nachdem Teile seiner Familie bereits Stunden zuvor dort interniert wurden.

Wer ist Franz (Alex) Raida? Ich hatte das Glück, durch den Pfarrer der Kirche Maria Heimsuchung in Komorniki / PL den Kirchenbucheintrag meines Großvaters und meiner Großmutter in Kopie zur Hochzeit 1932 erhalten zu können. Komornik trug übrigens auch den Namen Kammerfeld.

Am 18. April 1932 heiratete der am 28. Mai 1885 geborene und in Wirsbel wohnhafte Franz Raida als Sohn des Schumachers Johann Raida und seiner Ehefrau Johanna geb. Pietrasch aus Wirsbel die damals 27jährige Franziska Rypczyk als Tochter des Häuslers Johann Rypczyk und seiner Ehefrau Josefa geb. Kostka aus Neumühle.

Franziska Rypczyk wurde am 02. November 1905 in Neumühle geboren und am 05. November 1905 in der Kirche Maria Heimsuchung in Komornik durch den Pfarrer Rassek.

Parten der Taufe von Franziska Rypczyk waren Joseph Kosta und Maria Rypczyk aus Neumühle.

Neumühle, polnisch Nowy Młyn, ist eine Ortschaft in Polen in Oberschlesien. Neumühle gehört als Weiler zum Ort Komornik (Komorniki) und liegt in der Gemeinde Klein Strehlitz (Strzeleczki) im Powiat Krapkowicki in der Woiwodschaft Oppeln.

Als Trauzeugen waren anwesend der katholische Elektriker Hans Raida aus Lamsdorf und Alois Klappauf, Buchhalter aus Bauschwitz.

Getraut wurden die beiden durch den katholischen Pfarrer Kaduk aus Komornik (heute Komorniki/Dobra) in der Kirche Maria Heimsuchung.

Die standesamtlich beglaubigte Urkunde schreibt, dass Franz Raida seine Ehefrau Franziska Raida zuvor am 16.04.1932 in Strzeleczkach (Klein Strehlitz) standesamtlich geheiratet hatte. Klein Strehlitz liegt ungefähr 25 Kilometer von Lamsdorf entfernt.

Die beiden Trauzeugen – Hans Raida (Elektriker) aus Lamsdorf und Alois Klappauf (Buchhalter) aus Bauschwitz kommen aus der räumlichen Nähe von Wiersbel.

Bauschwitz hieß ab 1936 Bauschdorf und heute Budziszowice und gehörte zum Beginn des 20.Jahrhunderts zur Pfarrgemeinde Wiersbel.

Nach standesamtlicher Mitteilung aus Polen von 1993 ist Franz Alex Raida in Rogów (Rogau) bei Racibórz (Ratibor) geboren.

Von dort erhielt ich dann auch die Empfehlung, mich an das Pfarramt in Komorniki/Dobra zu wenden.

Bei der Volksabstimmung in Komornik/Klein Strehlitz/ Oberschlesien am 20. März 1921 stimmten 412 Wahlberechtigte für einen Verbleib bei Deutschland und 30 für Polen.

Komornik verblieb beim Deutschen Reich. Am 15. Juni 1936 wurde der Ort in Kammersfeld umbenannt. Bis 1945 befand sich der Ort im Landkreis Neustadt O.S. Nördlich von Komornik liegt der kleine Ort Dobra. Komornik ist ungefähr 35 Kilometer von Wirsbel (Wiersbel) entfernt, woher die Eltern von Franz Raida stammen.

Wiersbel wurde 1935 in Weidengut umbenannt. Das erste Mal taucht der Name RAIDA im „Adressbuch des Kreises Falkenberg O/S“ auf.

In Wiersbel ist Anton Raida als dortiger Hotelbesitzer aufgeführt. Bürgermeister Sanner gibt in seiner handschriftlichen Liste von 1960 an, dass die Familie Raida in der Gemeinde Weidengut/Wiesbel in einem vom Dorf circa 2,5 Kilometer entfernten Abbau lebt, der direkt an der Grenze des Truppenübungsplatz Lamsdorf liegt.

Dieser Abbau ist auch im amtlichen Gemeindeverzeichnis von 1932 aufgeführt.

Das damalige Volk hat natürlich das Hotel „Zum goldenen Stern“ zum Truppenübungsplatz Lamsdorf gerechnet, aber gemeindeamtlich war es dann doch auf Weidenguter/Wiersbeler Gebiet.

Lamsdorf selbst hatte auch einen eigenen Bahnhof, den es auch heute noch gibt und so wird die Familie Raida sich zur damaligen Zeit dem Ort Lamsdorf zugeneigt haben.

Standesamtlich und kirchlich-katholisch waren die Familienangehörigen aber wohl der Gemeinde Wiersbel zugeordnet.

Alfred Raida, Sohn von Anton Raida und Ehemann von Sofie Raida, vom Hotel Goldenen Stern im Lager Lamsdorf ist dort zwischen 1955 und 1960 verstorben, so eine Information aus „dritter Hand“ von einer ehemaligen Bewohnerin des Ortes.

Nach meiner Recherche ist Alfred Raida der Sohn von Maria und Anton Raida und damit der Vater von Maria Drescher. Die Mutter von Maria Drescher und Ehefrau von Alfred Raida ist Sofi(e) Raida.

In Ergänzung findet sich Oswin Raida als Bruder von Maria Drescher und damit Sohn von Alfred und Sofi Raida. Mitte der 90er Jahre noch in Chróścina  in der Nähe von Oppeln lebend [Quelle: Maria Drescher] Am 21. Mai 1934 wurde der Ort in Reisern umbenannt.

Dieses Hotel in Lamsdorf, von dem es sehr viele Bilder gibt, war augenscheinlich im Besitz von Anton Raida, der mit Maria Raida verheiratet war.

Die Tochter von diesem Anton Raida (einem Bruder von Franz Raida) ist Emma Sauerbier, die ich in Dachsbach wohnhaft ansiedel.

Und dann ist dort die Enkeltochter von Maria und Anton Raida, Maria Drescher aus Münster, die mir berichtete, dass ihre Großeltern aus Rogau nach Lamsdorf gekommen sind und dort das Gasthaus „Zum Goldenen Stern“ gekauft haben. Anton Raida ist der besagte Bruder von Franz (Alex) Raida.

Ich habe eine Zeitungsanzeige vom „Hotel Goldener Stern“ aus dem Jahr 12/1918 (Falkenberger Kreisblatt) in der ein gewisser Richard Scholz als Hotelbesitzer ausgewiesen wird.

Direkt neben dem Hotel befand sich die Brauerei Adamek.

Aus der katholischen Pfarrei Wierbie (Wiersbel) erhielt ich die folgende namentliche Aufstellung aus dem dortigen Kirchenbuch:

  1. Anna Raida, geboren am 15. Juli 1932 in Wiersbel (Tochter des Schumachers Franz Alex Raida und Fraciska Raida geborene Rybcyk
  2. Edeltraud Raida, geboren am 10. November 1934 in Wiersbel (Tochter des Schumachers Franz Raida und Franziska Raida geborene Rybczyk)
  3. Maria Raida, geboren 2. Februar 1936 in Wiersbel (Tochter des Schumachers Franz Alex Raida und Franziska geborene Rybczyk)
  4. Josef Raida, geboren 15. Februar 1939 in Weidengut (Vater Franz Raida (Arbeiter) und Franziska geborene Rybczyk).

Das Standesamt in Gorzyce/PL hat mir in Ergänzung zu den obigen Daten die beglaubigten Nachweise der Geburtsurkunde der Schwester von Franz (Alex) Raida Maria Franciszka übersandt, die am 05. März 1897 in Rogòw als Tochter von Johann und Johanna Raida geb. Pietrasch geboren wurde.

Diese Maria Franciszka Raida hat am 03. November 1901 in Rogòw Wilhelm Smiatek aus Uchylsko (Sohn von Johann Smiatek und Marianna Smiatek geborene Laton geheiratet und ist am 13. Januar 1940 in Uchylsko gestorben.)

Uchylsko liegt heute nahe der Grenze zu Tschechien unweit von Ostrau (Troppau). Den Ort Rogów gibt es in Polen recht häufig, aber nach den Unterlagen, die mir vorliegen, handelt es sich hierbei um Rogów bei Ratibor (ws wiederum räumlich sehr nah an Uchylsko liegt, es sind gerade 7 Kilometer Entfernung.

Diese Tage habe ich jetzt erneut mit einer dortigen Familie Kontakt aufgenommen. Das Standesamt in Gorzycach/PL hatte mir die Ansprechadresse mitgeteilt. Diese sollen noch Familienangehörige mit unserem Familiennamen haben. Ich werde ergänzend hierüber berichten.

Von meinem Großonkel Albert Raida aus Hagen habe ich die Information bekommen, dass er mit sieben Geschwistern in besagtem Rogów / Ratibor (Rogau) als Sohn von Anton Raida geboren wurde. Dieser Anton Raida hatte eine Schwester (Maria Franziska Raida) und einen Bruder (Franz Alex Raida). Die Eltern von Anton Raida (Johann und Johanna Raida) sollen aus dem Hultschiner Ländchen stammen und zwar aus Deutsch-Krawaren.

Johann Raida soll bei der KuK-Armee Soldat gewesen sein und seinen Militärdienst in der Lombardei abgeleistet haben. In Troppau gibt es ein Cafe Raida und in Jägerndorf gab es einen Kunstmaler Raida [Quelle:  Albert Raida).

Der Sohn von Albert Raida, Manfred Raida, lebt heute mit seiner Familie in Wynberg in der Cap Provinz. Dorthin ist er 1968 ausgewandert und hat zwei Kinder.

Anton Raida wurde 1921 mit seiner Ehefrau Maria Raida aus Rogòw vertrieben und ist von dort aus nach Lamsdorf/Kreis Falkenberg gezogen.

Dort hatten sie ein Hotel mit Landwirtschaft erworben (Anm.: Das Hotel Goldener Stern)

Anton Raida ist 1931 mit dem Motorrad als Sozius tödlich verunglückt und wurde dann in Wiersbel (Weidengut) beigesetzt. Zur Schule gingen alle in Lamsdorf. Albert Raida besuchte später das Gymnasium (Carolinum) in Neisse. Dazu nahm er immer die Bahn zwischen Lamsdorf und Neisse.

1942 hat Albert Raida geheiratet und lebte dann als Mitarbeiter der Deutschen Bahn in Neisse. 1946 ist Albert Raida aus russischer Gefangenschaft dann nach Barsinghausen (Nähe Hannover) gekommen.

1953 verzog es Albert Raida dann nach Hagen. Seine damalige Frau verstarb 1962, bevor er 1965 wieder heiratete.

 

 

 

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